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Socca

Abends backe ich Socca, eine Art Pfannkuchen aus Kichererbsenmehl, angeregt von einem Rezept von Yotam Ottolenghi.  Das Kind in der Bauchtrage dreht seinen Kopf. Es will sehen, was ich da mache. Es beobachtet jeden Handgriff von mir. Da kommt ein Menschlein zur Welt und kann praktisch noch nichts, schläft den größten Teil des Tages, weil es noch so weltfern ist, ein Traumwesen beinahe. Und ein paar Monate später greift es nach der Tasse, die ich an den Mund führe, dreht sinnend die Hand unter dem Strahl des Wasserhahns, will im wortwörtlichen Sinne alles begreifen, und nun auch noch wissen, was ich da mache an der Küchenzeile: Zwiebeln schälen, Fenchel schneiden, Kapern mit einem kleinen Löffel aus dem Glas fischen, Eischnee schlagen und unter den Teig heben … Ich merke, wie ich zu erzählen angefangen habe, jedes Gemüse benenne, jede Zutat, jeden Handgriff erläutere.

Mir ist klar: Das Kind versteht kein Wort von dem, was ich sage. Und zugleich fühlt es sich vollkommen richtig und schön an.

Socca_Kichererbsenpfannkuchen_Ottolenghi_Frankreich

Socca